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Es geht aufwärts mit dem Berliner KaDeWe: Der spektakuläre Umbau des größten Warenhauses von Europa

Das Kaufhaus des Westens, kurz KaDeWe, ist das bekannteste Kaufhaus Deutschlands und mit 90.000 Quadratmetern mittlerweile auch das größte Warenhaus von Europa. Seit seiner Eröffnung 1907 steht das Traditionshaus für die attraktive Kombi aus gehobenem Angebot und internationalem Luxus. Doch auch das beliebte KaDeWe steht in Zeiten von Corona und jeder Menge Internetkonkurrenz vor einer Herausforderung. Mit dem Ziel Einkaufen wieder zu einem echten Erlebnis und attraktiv(er) zu machen, begeistert das Shopping-Wahrzeichen des Berliner Westens und die Adresse für Berliner Luxusliebhaber mit neuen, spannenden Umbauplänen und ersten Resultaten, die sich sehen lassen können.

Ein Traditionshaus mit Kult-Status

Als das 1907 gegründete Berliner Luxus-Kaufhaus von Adolf Jandorf eröffnet wurde, brachte er neben angesagter Mode aus Paris auch exotische Lebensmittel aus aller Welt in sein Haus. Damals war der Westen noch weit weg von Berlins Mitte entfernt und gehörte zur eigenständigen Stadt Charlottenburg. Nach der Einbürgerung Charlottenburgs in Groß-Berlin 1920 und der Gebietsreform von 1938, befindet sich das Kaufhaus heute im Stadtteil Schöneberg. Einige Jahrzehnte und Eigentümer später sowie nach einem Kampfflugzeug-Absturz 1943 ins KaDeWe, wurde das Kaufhaus neu aufgebaut und immer wieder umgebaut. Dabei wurden lokale und globale Trends immer wieder neu aufgegriffen und in das Erlebniskonzept des Hauses übersetzt. Damals und auch heute ist das Kaufhaus des Westens, neben einer hochexklusiven Auswahl an Designermode, für seine sehr große und anspruchsvolle ca. 7.000 m² große Feinkostabteilung, die „Feinschmeckeretage“ im 6. Stock, berühmt. Internationale Delikatessen, Torten, Fisch und 25 Bars und Restaurants – darunter beispielsweise eine Austern-Bar, eine Veuve Clicquot-Champagner-Bar sowie ein Steak Restaurant – sorgen dafür, dass die Food-Etage, „Die Sechste“, die hochexklusive Adresse für Berliner Gourmets und internationale Feinschmecker ist.

Bild: Marco Cappelletti

Der neue Look des KaDeWe

Von Innenhöfen mit Springbrunnen über Marmorportalen bis hin zu Glitzerkabinetten: Das KaDeWe wurde in den letzten hundert Jahren mehrfach vergrößert und umgebaut. Nun wird das Traditionshaus erneut umgebaut, da es in der DNA des KaDeWe liegt, immer wieder am Puls der Zeit zu sein und einen Schritt voraus zu sein. Das Credo hinter den Plänen für die Neugestaltung ist es, nicht nur Luxus und Ware anzubieten, sondern vielmehr Auszeiten. In Zeiten der Internetkonkurrenz soll der Kaufhausbesuch (wieder) zu einem Erlebnis werden und zum Wohlfühlen einladen – um das zu erreichen, haben sich bereits absolute Profis zusammengesetzt. Seit 5 Jahren sitzt das niederländische Architektenbüro „Office for Metropolitan Architecture“, kurz OMA, unter der Leitung von Rem Koolhaas, Ellen van Loon und mit der Projektarchitektin Natalie Konopelski, an einem Masterplan, der ein neues Konzept für die Innenräume und Schaufenster umfasst. Der Entwurf soll helfen, die Identität des Hauses zurückzugewinnen. Statt einer leeren Hülle, in der alle Verkaufsflächen an die Marken vermietet werden und der Eindruck eines vollgestopften, unübersichtlichen Hauses entsteht, soll das KaDeWe mit dem neuen Plan selbst wieder stärker in Erscheinung treten – mit eigenen Flächen, eigenen Produkten und verschiedenen Veranstaltungen.

Es geht aufwärts mit dem KaDeWe

Der Entwurf des OMA-Teams sieht über alle sechs Etagen des Hauses ein neues 4-Quadranten-Konzept vor. Jeder Quadrant bekommt ein zentrales Atrium mit einer individuellen Rolltreppenanlage. Die Quadranten, die sich nach den vier Eingängen des Hauses richten und sich über alle Etagen ziehen, sollen sich dabei sowohl architektonisch als auch durch die Sortimentgestaltung voneinander unterscheiden und auf ein anderes Publikum abzielen: klassisch, experimentell, jung und generisch. Das Ziel ist es, mehr Struktur und Übersicht zu schaffen, die Orientierung zu verbessern und von dem klassischen Etagenbau wegzukommen. Die Rolltreppen sollen bei der Neugestaltung besondere Markierungen sein.

Bild: OMA/ Marco Cappelletti

Zwar wird der Umbau, der bereits seit 2016 läuft, noch ca. 2 Jahre dauern, erst kürzlich wurde jedoch der erste von vier Quadranten mit einer neuen Highlight-Rolltreppe eröffnet. Der Quadrant entfaltet sich um einen konzentrischen Hohlraum, der an der Basis sowohl als Einzelhandels- als auch als Veranstaltungsfläche in Verlängerung des Haupteingangs an der Tauentzienstraße dient. Ein absoluter Hingucker ist die modern-futuristische Rolltreppe „The Spiral“ im hinteren Teil des Gebäudes, die sich spiralförmig in die Höhe schraubt und dabei ineinander gedreht ist. Die mit Walnuss-Holz verkleidete Rolltreppe tanzt um das riesige, über sechs Geschosse reichende Atrium und sieht nicht nur stylish aus – sie verleiht dem Kaufhaus auch eine neue Identität. Die Rolltreppen sollen als eine Art „Shopping-Turm“ dienen und die Kunden vertikal von einer Wunderwelt in die Nächste schweben lassen. Benutzt man die Rolltreppe durchgehend von der 1. bis zur 6. Etage, kommt man immer an einem anderen Punkt heraus.

Bild: OMA/ Marco Cappelletti

Bisher sehen die Rolltreppen im KaDeWe alle gleich aus und es gab kaum Orientierungspunkte im Kaufhaus. Mit „The Spiral“ und den weiteren Rolltreppen, die noch realisiert werden, entstehen Orte des Sehens und Gesehen-Werdens, besonders im Kaufhaus, wenn die Kunden von der horizontalen Bewegung in die Diagonale aufsteigen. „Wenn sich in diesen Diagonalen die Hinauf- und die Herab-Strömenden begegnen, dann ist das schon ein kleiner magischer Moment. Statt diesen Moment rein technisch zu organisieren, wie es in den meisten Kaufhäusern geschieht, schlagen wir vor, ihn zu zelebrieren und zu genießen“, so Ellen van Loon im Interview mit dem AD-Magazin.

Die KaDeWe Group rüstet auf

Die Eigentümer der KaDeWe Group, die Central Group aus Thailand und die Signa Retail aus Österreich, haben insgesamt ca. 500 Millionen Euro in den Umbau für das Berliner KaDeWe sowie in das bereits fertiggestellte Alsterhaus in Hamburg und den Oberpollinger in München, die beide schon fertig umgebaut sind, investiert. Zudem will die KaDeWe Group in den nächsten Jahren zwei neue Häuser in Düsseldorf, im ehemaligen Carsch-Haus, mit 10.000 m² und in Wien, in der Mariahilfer Straße, mit 17.000 m² eröffnen.

Bild: Alsterhaus, Kleihues+Kleihues

Auch für den Online-Verkauf stehen große Pläne an. Neben dem KaDeWe-Onlineshop, sollen zukünftig Online-Events den Verkauf weiter ankurbeln. Neue Formate im Live-Shopping sollen Kunden das haptische Einkaufen so gut es geht ersetzen. Gearbeitet werden soll beispielsweise mit Avataren, die genau die Maße der Kunden haben – so lassen sich virtuell Kleidungsstücke anprobieren und Kunden erhalten einen guten Eindruck, wie das Design passt. Die Messlatte der KaDeWe Group liegt hoch: „In drei bis vier Jahren will die KaDeWe Group die Umsatzmilliarde knacken“, sagt Michael Peterseim, der CFO (Chief Financial Officer) der KaDeWe Group zum Tagesspiegel.

Ein aktuelles, spannendes Neubau-Projekt in Schöneberg ist das Projekt „Stadthäuser am Park 2“.

Bild: Bonava Berlin

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Titelbild: Marco Cappelletti

Text: Isabel Röhm

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