Berliner Bauträger entdecken den Ziegel neu

Berlin findet zurück zu seinem Ursprung. Zumindest in architektonischer Hinsicht. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden bedeutende Wohnsiedlungen wie die Gartenstadt Falkenberg, die „Tuschesiedlung“, wie der Berliner sie nennt, in Ziegelbauweise. Jetzt, rund 120 Jahre später, entdecken Bauträger den Ziegel neu. Hochwertige Neubauprojekte in Top-Lagen werden in Ziegelbauweise realisiert. Retro oder nicht – Lesen Sie, weshalb Berlin den Ziegel wieder feiert!

 

Bauträger sind in Zugzwang, denn die Vorgaben hinsichtlich Klimaverträglichkeit an Neubauprojekte steigen ständig. Dazu gehört auch eine gute Wärmedämmung, die besonders durch verhüllte Ziegel erreicht wird. Gut für die künftigen Bewohner: Sie können mit einem Neubau in Ziegelbauweise bis zu zehn Prozent Energiekosten sparen.

Ein Ziegel besteht aus heimischen Rohstoffen wie Lehm und Ton. Das macht ihn aus Sicht der Nachhaltigkeit interessant, denn diese Bestandteile können komplett recycelt und in den Naturkreislauf zurückgeführt werden. Zudem verfügt der Ziegel über eine lange Lebensdauer, durchschnittlich hundert Jahre sind in der Regel möglich. Außerdem sorgt das robuste Material dafür, dass nicht allzu viele Wartungsarbeiten anfallen. Es hatte also seine Gründe, weshalb die ersten großen Wohnsiedlungen der Hauptstadt in Ziegelbauweise entstanden. Energiesparend, kostengünstig, wärmedämmend sind auch heute noch schlagende Argumente für den Baustoff.

Gartenstadt Falkenberg

Entstand vor über 100 Jahren schon in Ziegelbauweise: Gartenstadt Falkenberg, die „Tuschesiedlung“. Bild: berlin.de/Franziska Delenk

Berliner Bauträger konzentrieren sich jetzt wieder auf die Ziegelbauweise, besonders wenn es darum geht, größere Neubauprojekte mit vielen neuen Wohnungen zu stemmen. Weitläufige Neubau-Quartiere wie zum Beispiel in der Lion Feuchtwanger Straße 21 (insgesamt 334 neue Wohnungen) in Berlin-Marzahn werden dieses Jahr fertiggestellt – in Ziegelbauweise. Übrigens: den meisten Bauvorhaben sieht man auf den ersten Blick den Ziegel nicht an. Nichts an den Gebäuden ist „rustikal“, im Gegenteil: die Mehrzahl dieser Projekte ist sehr modern gestaltet.  Auch, was die Fassade betrifft.

Die BUWOG Group mit Sitz in Berlin ist auf hochmoderne Bauvorhaben in beliebten Wohnlagen spezialisiert. In Spandau, unmittelbar am Ufer der Havel, entstehen 82 Eigentumswohnungen im Sanierungs- und Neubauprojekt „Speicherballett“. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten an den ehrwürdigen Bestandsgebäuden werden Fassaden komplett entfernt und durch hochdämmende Ziegelwände ersetzt. Auch mit einem nachhaltigen Wassermanagement und einem ressourcenschonenden Energiekonzept setzt der Bauträger bei diesem Bauvorhaben auf Nachhaltigkeit.

Neubauprojekt52 Grad Nord, Baufeld Regattahof– in Ziegelbauweise. Bild: BUWOG

Ähnliches geschieht im Neubauvorhaben „52° Nord“ im Baufeld Regattahof. Auch dieses Neubauprojekt wird realisiert von der BUWOG Group. Die drei Mehrfamilienhäuser mit ihren markanten Fassaden und großen Balkonen werden ebenfalls in Ziegelbauweise errichtet. Eine weitere Parallele zum Speicherballett ist der Fokus auf Nachhaltigkeit bei 52° Nord. So können die künftigen Bewohner der Apartments und Eigentumswohnungen Wärme und Strom dezentral auf dem Areal erzeugen. Ein 6.000 Quadratmeter großes, quartiereigenes Wasserbecken ist biologisch selbstreinigend und sorgt für ein angenehmes Mikroklima. So setzt auch dieser Neubau am Ufer der Dahme in Grünau weitere Akzente zum Thema „umweltbewusstes Wohnen“. Und sicher ist es in diesem Zusammenhang auch kein Zufall, dass der Neubau in Ziegelbauweise entsteht.

Die BUWOG Group ist nicht der einzige Bauträger, der sich bei seinen Bauvorhaben für die Ziegelbauweise entschieden hat. In Berlin-Spandau, auf dem Gelände der revitalisierten Brache des Kraftwerks Oberhavel, befindet sich das umfangreiche Bauvorhaben „Havelmarina“ von HELMA im Bau. Die Gebäude entstehen in wertstabiler, monolithischer Ziegelbauweise. Die Havel ist zum Greifen nah und die Einfamilienhäuser – hier stehen unterschiedliche Typen zur Auswahl – und Eigentumswohnungen sollen Familien ein idyllisches Wohnen am Wasser ermöglichen.

Havelmarina beitrag

Einfamilienhäuser im Neubauprojekt „Havelmarina“. Bild: Helma Wohnungsbau GmbH

Der Ziegel als ökologischer Baustoff feiert gerade in Berlin erfolgreich sein Comeback. Bleibt abzuwarten, wohin die architektonische Reise in der Hauptstadt gehen und welche neuen Bauvorhaben sie hervorbringen wird.

Einen Überblick zu Neubauprojekten in Berlin und Umgebung finden Sie auf dem neubau kompass.

Unser Titelbild zeigt das Bauvorhaben „Speicherballett“ (BUWOG)

Über Redaktion (222 Beiträge)
Hier kommt der Text "über mich rein".
%d Bloggern gefällt das: