Familienfreundliche Architektur in lebendiger Nachbarschaft: Interview mit Bonava-Regionsleiter Rico Kallies

Rico Kallies, Berliner Regionsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei Bonava (Bild: Bonava)

Zu den größten Entwicklern im Raum Berlin gehört die Bonava Deutschland GmbH Region Berlin Brandenburg. Heute im Interview spricht Rico Kallies, Berliner Regionsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei Bonava:

Haben die Käufer eher Interesse am Erwerb einer Eigentumswohnung oder eines Eigenheims?

Das ist schwer zu beantworten, denn das hängt zum einen davon ab, welche Zielgruppe wir betrachten und zum anderen, welche Bebauung ein Standort überhaupt zulässt. In Berlin gibt es nur wenige Flächen, auf denen der Bau eines Einfamilienhauses noch möglich ist. Und wenn, dann ist es aufgrund der hohen Grundstückspreise meist nur für wenige Familien erschwinglich. Somit ist die Entscheidung zwischen einer Wohnung und einem Haus auch eine Budgetfrage. Deshalb suchen inzwischen auch immer mehr Familien ganz bewusst nach einer Eigentumswohnung. Diese Entwicklung gibt es noch nicht lange. Wichtig ist den Käufern dabei weniger die reine Wohnfläche, sondern vielmehr, dass die Aufteilung passt. Die Nachfrage nach Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen hat massiv zugenommen und das schlägt sich auch in unseren Planungen nieder. Doch auch das Haus mit Garten bleibt natürlich weiterhin sehr begehrt.

Die Terrasse als Ersatz für den eigenen Garten. Immer mehr Familien entscheiden sich lieber für eine Eigentumswohnung statt für ein Haus (Bild: Bonava).

Wie erklären Sie sich den Erfolg von Bonava?

Es ist wohl das Gesamtpaket, das wir bieten. Wir bauen keine Luxuswohnungen, sondern wollen vielen Menschen ein Zuhause schaffen und versuchen, ein bezahlbares Angebot zu machen. Unsere Preise sind also ein wichtiger Punkt.Doch es ist sicher auch unsere Herangehensweise, denn wir verstehen unter einem Zuhause weit mehr als nur die vier Wände, in denen wir wohnen. Wir wollen unseren Kunden auch ein Wohnumfeld zum Wohlfühlen schaffen. Deshalb schauen wir schon vorab: Wie entwickelt sich das Viertel und was bietet die Umgebung? Wie weit ist der Weg zu Kindergarten und Schule? Sind ein Hausarzt um die Ecke und ein Supermarkt in der Nähe? All das zählt für uns ebenso wie die optimale Anbindung – mit Bus, Bahn, dem Auto oder auch mit dem Fahrrad. Aber ein Wohnumfeld zum Rundum-Wohlfühlen braucht noch mehr. Grün zum einfach mal in der Sonne liegen, Spielplätze für Kinder und für Gespräche zwischen den Eltern. Oder einen Platz, wo gemeinsame Grillabende und ein Quartiersfest gefeiert werden können. Erst, wenn wir all das sehen, beginnen wir. Zusammen mit den städtischen Behörden entwickeln wir einen Entwurf, der sich harmonisch in die Umgebung einfügt und gestalten ein Umfeld, das eine lebendige Nachbarschaft ermöglicht. Wo aus Fremden Freunde werden können. Dieser Ansatz überzeugt die meisten Interessenten sofort.
Mit unserer Größe und jahrzehntelangen Erfahrung sind wir unseren Kunden zudem ein verlässlicher Partner. Wir liefern alles aus einer Hand und wissen genau, worauf es ankommt. Dieses Zusammenspiel ist die Basis unseres Erfolgs.

Die Städte sind immer enger bebaut. Wie gelangen Sie noch an freie Grundstücke?

Die Grundstückssuche wird in der Tat immer schwieriger, aber es gibt auch in Berlin noch große Potenziale. Statt der teuren, umkämpften Innenstadtlagen schauen wir uns zum Beispiel die Außenbezirke und Umlandgemeinden sehr genau an. Dort gibt es noch viel Spielraum. Auch alte Gewerbeflächen können sehr interessant sein. Für solche Grundstücke braucht es etwas Geduld, Fantasie und Gestaltungswillen, aber dann ist eine Menge möglich. Ich will dafür nur mal ein Beispiel nennen: Das Quartier HUGOS, unser aktuell zweitgrößtes Bauvorhaben in Berlin, entsteht auf der riesigen Fläche einer früheren Gärtnerei in Mariendorf. Auf dem Gelände standen große Hallen und zahllose Gewächshäuser, die inzwischen ziemlich baufällig waren. Die Eigentümerfamilie konnte und wollte das Geschäft daher nicht weiterführen. Nun wird dort ein wunderbares neues Zuhause für ca. 450 Haushalte entstehen. Der historische Heizschlot wird im Zentrum des Quartiers als Erinnerung an die jahrzehntelange Gärtnereigeschichte erhalten bleiben und auch die Fassaden und Außenanlagen werden die Historie aufgreifen. In konzentrischen Kreisen um den Schlot herum gruppieren sich insgesamt 20 Mehrfamilienhäuser mit 124 Mietwohnungen sowie 285 Eigentumswohnungen und 45 Stadthäuser sowie ein Nahversorgungszentrum mit Lebensmittelmarkt, weiteren Gewerbeflächen und einer Kindertagesstätte. Kurz gesagt: Es entsteht quasi ein neuer kleiner Ortsteil. Das zeigt, was in Berlin durchaus noch möglich ist.

Auf dem früheren Gelände einer Gärtnerei in Mariendorf entsteht mit dem Quartier HUGOS jetzt ein neues grünes Zuhause für hunderte Berliner (Bild: Bonava).

Inwieweit ist Bonava eine nachhaltige, biologische Bauweise wichtig?

Nachhaltigkeit ist ein Thema, dass uns als Bonava schon geraume Zeit begleitet und das in Zukunft noch deutlich an Bedeutung gewinnen wird. Schon jetzt sind rund 30 Prozent unserer Häuser in Deutschland deutlich energieeffizienter als es der Gesetzgeber in den strengen Energieeinsparverordnungen verlangt. Doch das reicht uns längst nicht. Wir wollen das Thema ganzheitlich angehen und haben in diesem Jahr eine interne Nachhaltigkeitsinitiative gestartet, bei der wir praktisch das gesamte Unternehmen unter die Lupe nehmen – von unseren Bauprozessen und der Gestaltung der Außenanlagen bis hin zum Mobilitätsverhalten unserer Mitarbeiter oder der nachhaltigen Gestaltung unserer Firmenevents. Dabei spielen natürlich auch wirtschaftliche Abwägungen eine wichtige Rolle: Sind die höheren Anschaffungskosten eines Passivhauses für unsere Kunden wirklich immer bezahlbar und wenn nein, welche alternativen Herangehensweisen gibt es? Wir haben zahlreiche kleine und größere Stellschrauben identifiziert, die wir nach und nach bewerten und in einen Maßnahmenplan gießen.

Was sind für Sie wichtige Elemente familienfreundlicher Architektur?

Nun, einen Aspekt hatte ich ja schon genannt. Familien brauchen mehr Zimmer. Jeder, der selbst Kinder hat, weiß, dass es zu Hause mitunter ziemlich lebhaft werden kann. Da sind Rückzugsräume wichtig. Die meisten unserer Mehrfamilienhäuser sind zudem barrierearm – auch das weiß jede Mama mit Kinderwagen zu schätzen.

Ein Traum für Familien: Die Lankwitzer Hofgärten bieten nicht nur große Wohnungen, sondern auch riesige, liebevoll gestaltete Innenhöfe, in denen Kinder gefahrlos toben können (Bild: Bonava).

Doch sehr viel wichtiger als diese architektonischen Feinheiten ist Familien das äußere Umfeld. Wir haben eine große Studie durchgeführt, die untersucht, was es braucht, damit Menschen in ihrem Zuhause glücklich sind. Für Familien ist das Ergebnis ganz klar: Familien wünschen sich Orte für Begegnungen mit den Nachbarn, suchen die Nähe zur Natur und achten natürlich besonders auf die Lage der nächsten Kitas und Schulen. Für uns bedeutet das, dass wir uns neben der eigentlichen Architektur auch intensiv mit der Gestaltung der Außenanlagen beschäftigen. Viel Grün, großzügige Spielflächen, Grill-Ecken oder Boule-Plätze – alles, was eine lebendige Nachbarschaft fördert, tut Familien gut. Ein Hof oder eine ruhige Privatstraße, wo die Kinder geschützt zusammenspielen können und trotzdem immer ein Nachbar ein Auge auf sie hat, macht das Leben für Eltern viel, viel entspannter.

Wie bewerten Sie den Immobilienmarkt in der Region Berlin/Brandenburg? Ziehen immer mehr Berliner nach Brandenburg?

Ja, es gibt ganz klar eine Wanderungsbewegung nach Brandenburg. Das ist an sich nicht neu, denn die Berliner Familien hat es schon immer ins Umland gezogen. Ein Haus mit Garten im Grünen – das ist in der Hauptstadt, wie schon gesagt, nur schwer möglich und ist seit je her deutlich teurer als in Brandenburg. Doch inzwischen sind es nicht nur Familien mit Kindern, sondern wirklich alle Generationen, die es – natürlich auch aufgrund der rasant steigenden Preise in der Hauptstadt – in den Speckgürtel zieht. Wir betrachten Berlin-Brandenburg deshalb schon immer als eine zusammenhängende Metropolregion und haben inzwischen gut die Hälfte unseres Bauvolumens außerhalb der Berliner Stadtgrenzen.

Nur ein Beispiel von vielen Brandenburger Projekten: Am alten Schlosspark in Zossen baut Bonava derzeit 140 Wohnungen in idyllischer Lage und mit schneller Anbindung nach Berlin (Bild: Bonava).

Interessant ist: Der Radius wird dabei kontinuierlich größer. Selbst Gemeinden wie Bestensee oder Zossen, die deutlich außerhalb des Berliner Autobahnrings liegen, verzeichnen einen immer stärkeren Zuzug. Hier zahlen sich die gut erreichbaren Bahnlinien aus, die eine schnelle Verbindung in die nahe Hauptstadt ermöglichen.

Vielen Dank für das Gespräch. Weitere Neubau-Vorhaben im Großraum Berlin finden Sie auf dem neubau kompass.

Über Redaktion (206 Beiträge)
Hier kommt der Text "über mich rein".
%d Bloggern gefällt das: