Immobilien-Standort Berlin

Nach Jahren der Stagnation bzw. rückläufiger Preis geht es wieder nach oben. Berlin ist „arm aber sexy“. Anziehungspunkte für Künstler, Designer, Muskimacher und andere Kreative. Berlin entstand vor etwa 777 Jahren als Doppelort Cölln-Berlin in einem Moor- und Waldgebiet im Urstromtal der Spree. Von Anfang an lebten das östlich-slawische Berlin und das westlich-germanische Cölln in Fehde oder auch im fruchtbarem Miteinander. Genau dies ist vielleicht das Geheimnis des geschichtlichen Erbes. Seit ihrer Gründung im 13. Jahrhundert steht diese unverwechselbare Stadt im Brennpunkt einer höchst wechselvollen Entwicklung. Kaum eine andere Metropole war so oft grundlegenden Veränderungen unterworfen und hat ihr Gesicht so häufig verändert. Berlin kann begeistern, polarisieren, sich schämen und stolz auf sich sein. Von übertriebenem Anspruch und Allmachtsfantasien wurden Trümmer und Ruinen, aber aus der Zerrissenheit danach mit Mauer und Stacheldraht entsteht inzwischen ein pulsierendes und faszinierende Zentrum Europas. Berlin ist wieder die Hauptstadt Deutschlands, aber Berliner wird man nicht nur durch Geburt, sondern viel häufiger durch Zuzug oder Überzeugung. Berlin ist eben kein Moloch wie so viele andere Millionenstädte, sondern – wie es die frühere Senatswerbung gern schrieb „ein Dorf aus zwölf Städten“ mit so eigenständigen Ortszentren, dass darüber manchmal sogar Hauptstadt und Regierung in die zweite Reihe rücken. Nach dem Fall der Mauer und der Gebietsreform von 2001 gibt es im Augenblick zwölf Bezirke, teils mit Doppelnamen. Nicht immer sind dabei die Verwaltungsgrenzen mit den „gefühlten“ Kiezen und Bewohnergruppen identisch. Und in fast allen Bezirken gibt es wiederum bis zu einem Dutzend Kirchen, Dorflinden und ehemalige Rathäuser. Für ganz Berlin gilt aber nach wie vor, dass fast ein Drittel dieser Stadt aus Wald und Wasser besteht, dass sie mehr Brücken als Venedig und mehr Uferkilometer als die deutsche Ostseeküste hat. Nirgendwo sonst wohnt und lebt Groß und Klein so tolerant nebeneinander – ganz so als würde immer noch der Spruch vom Alten Fritz gelten: „Jeder nach seiner Facon“. Und das ist gut so.

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Hier kommt der Text "über mich rein".
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